Beschreibung

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Chitin ist chemisch N-acetyl-D-glucosamin. Durch Kochen wird Chitin von der Acetylgruppe getrennt. Das resultierende Chitosan ist vorwiegend Glucosamin bzw. ein langes lineares Molekül aus einem Zusammenschluss von Glucosaminen (Chitosamine). Sie sind mit Glycosidbindungen verbunden. Die Glucosaminteile sind elektrisch positiv geladen, währenddem Fettsäuren und Gallensäuren negativ geladen sind. Fettsäuren werden vom Chitosan angezogen, was u.a. medizinisch und technisch genutzt werden kann zumal Chitosan das Fünffache seines Eigengewichtes an Fett binden kann.

 

 

Fettbindung

Die Fettbindung durch Chitosan lässt sich im Labor gut nachweisen. Mehrere Patente und Laborversuchsbeschreibungen haben dies zum Thema, daneben stehen mehr oder weniger wirksame Produkte, welche auf diesem Prinzip beruhen. Diese Erkenntnis ist auch Bestandteil verschiedener Patentierungen.

Chitin kommt in der Schale von Krustentieren wie Krebsen und Hummer vor. Chitosan ist ein Abbauprodukt des in Krebsschalen und Insektenpanzern vorkommenden Chitins. Es wird in großem Umfang als Verdickungsmittel in Kosmetika, Pharmaka und Farben (z.B. bei der Textilfärbung) eingesetzt. Auch im medizinischen Bereich findet es Anwendung.

Chitosan ist ein farbloser, amorpher, zäher Stoff. Industriell hergestelltes, hochmolekulares Chitosan ist in verdünnten starken Säuren außer Schwefelsäure sowie in organischen Säuren löslich. Mit abnehmender molarer Masse ist Chitosan auch in Wasser und sogar in Laugen löslich. Auf Grund der durch die Deacetylierung entstandenen freien Aminogruppen ist es in Lösung ein Polykation mit einer hohen Ladungsdichte. Es ist ungiftig, antibakteriell, antiviral und antiallergen.

Der Wirkmechanismus des Stoffes ist relativ simpel: Chitosan ist positiv ionisch geladen und kann daher im Darm die negativ geladenen Fette binden. Diese Bindung ist allerdings nicht reversibel, so daß man auch von einer Fettfalle spricht. Chitosan kann das 6-bis 8-fache seines Gewichtes an Fett binden. Diesen Komplex kann der Verdauungstrakt nicht mehr aufnehmen. Somit wird das Fett wieder ausgeschieden.