Beschreibung

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Lycopin gehört zur Stoffgruppe der Carotinoide, der vor allem in Tomaten und anderen roten Früchten wie Wassermelonen, Papayas, rosa Pampelmusen und rosa Guaven enthalten ist. Die botanische Bezeichnung “Solanum lycopersicum” (für Tomate) gab ihm seinen Namen. Ähnlich wie andere Carotinoide ist Lycopin ein natürlicher fettlöslicher Farbstoff, der von einigen Pflanzen und Mikroorganismen (aber nicht von Tieren) synthetisiert wird. Dadurch wird zusätzlicher Licht gespeichert und diese Organismen vor schädigenden Auswirkungen von Sauerstoff und Licht geschützt. Die Farben in Gemüse und Obst werden hauptsächlich durch Carotinoide gebildet. Zu ihnen gehören ß-Carotin, Lutein, Zeaxanthin und Lycopin. Lycopin sorgt für die rote Farbe in roten Tomaten und anderen Früchten, in denen es vorkommt. Seine Farbe entsteht durch seine vielen konjugierten Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen: jede Doppelbindung verringert die Energie, die die Elektronen für den Übergang in einen höhreren Energiezustand benötigen, und ermöglicht dem Molekül, sichtbares Licht mit zunehmend längeren Wellenlängen zu absorbieren. Lycopin absorbiert den größten Teil des sichtbaren Spektrums und erscheint demzufolge rot.

 

Nährwerte und Verwendung

Lycopin ist das Carotinoid, das im menschlichen Körper am häufigsten vorkommt, und eines der stärksten antioxidativ wirksamen Carotinoide. Lycopin wird vom Organismus leicht aufgenommen und kommt von Natur aus in Humanplasma und im Gewebe in höheren Konzentrationen als andere Carotinoide vor. Sein Gehalt wird von verschiedenen biologischen Faktoren und dem Lebensstil beeinflusst. Aufgrund seiner lipophilen Eigenschaften liegt Lycopin hauptsächlich in den LDL- und HLDL-Lipoprotein-Fraktionen des Serums vor. Hohe Lycopinkonzentrationen finden sich auch in Nebenniere, Leber, Hoden und Prostata. Anders als andere Carotinoide korrelieren die Lycopingehalte im Serum oder im Gewerbe jedoch nicht gut mit der Gesamtaufnahme an Obst und Gemüse.

Weil Lycopin wasserunlöslich und eng mit den Pflanzenfasern verbunden ist, nimmt der Gehalt an Lycopin während des Verarbeitungsprozesses nicht ab. Folglich hat das Kochen und Zerkleinern von Tomaten (wie bei der Herstellung von Dosentomaten) und das Servieren in ölhaltigen Speisen (wie Nudelsaucen oder Pizza) keinen negativen einfluss auf den Lycopingehalt, sondern verbessert beispielsweise seine Aufnahme aus dem Verdauungstrakt in das Blut erheblich. Lycopin aus Tomatenkonzentrat wird viermal besser vom Körper aufgenommen als Lycopin aus frischen Tomaten. Demzufolge enthalten verarbeitete Tomatenprodukte wie Tomatensaft, -suppe, -soße und -ketchup die höchsten Konzentrationen an bioverfügbarem Lycopin.

Lycopin kann vom menschlichen Körper nicht selbst hergestellt werden. Im Rahmen einer gesunden Ernährung ist man ist also auf die Zufuhr von außen angewiesen.