Eine besondere Kulturpflanze

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Der Ölbaum oder Olea europaea ist eine alte Kulturpflanze des Mittelmeerraums. Die Olive fand schon früher eine breite Verwendung als Nahrungsmittel, zur Körperpflege, als Schmier- und Konservierungsmittel; zur Herstellung von Öllampen und bei sakralen Diensten. Die alten Ägypter könnten die Ersten gewesen sein, die auch die sinnvolle äußere Anwendung von Olivenblättern entdeckt haben: sie mumifizierten verstorbene Herrscher mit gepressten Olivenblättern.

Aber auch in Australien, Japan, Kalifornien, Südamerika und Südafrika bestehen heute Ölbaumkulturen. Der Ölbaumzweig steht seit der Antike als Symbol für Friede und Wohlstand. Während die Eigenschaften der Olivenfrucht und des daraus gewonnenen Öls den meisten Menschen hierzulande bekannt sind und als gesundes Speiseöl zur Selbstverständlichkeit der gesunden Ernährung auf der obersten Stelle des Tagesernährungsplans steht, gerieten dessen Blättern fast in Vergessenheit.

 

Olivenöl und Oleuropein

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In den 60er Jahren begann man mit der systematischen wissenschaftlichen Erforschung der Inhaltsstoffe des Olivenblattes. Mittlerweile werden dem Hauptwirkstoff „Oleuropein“ (ein Polyphenol, das zu den schützenden Phytaminen gehört) die meisten unterstützenden Eigenschaften zugeschrieben. Auch sind die traditionellen, vielseitigen Anwendungserfahrungen mit Olivenblättern immer mehr von den modernen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen entschlüsselt worden. Es sind zwar Antworten zu Eigenschaften der Inhaltstoffe in den Blättern gefunden worden, jedoch ist das Zusammenspiel und die genauen Mechanismen der Inhaltsstoffen bisher noch nicht endgültig geklärt. Die angewandten Extrakte für die wissenschaftlichen Forschungen weltweit waren hochwertige konzentrierte Extrakte aus Olivenblättern von der Art des Olivenbaums Olea europaea L.

 

Ein wertvolles Nahrungsmittel

Bereits in den 60er Jahren wurde mit der systematischen wissenschaftlichen Erforschung der Inhaltsstoffe des Olivenblattes begonnen. Von besonderer Bedeutung für den menschlichen Stoffwechsel ist dabei der Inhaltsstoff „Oleuropein“ (ein Polyphenol, das zu den Phytaminen gehört). Diese Substanz wird vom Olivenbaum produziert, um ihn beständig gegen Schäden durch Insekten und Bakterien zu machen und erhöht somit die Widerstandkraft des Baumes (z.B. nutzen manche Ameisenarten Iridoide zur Abwehr). Oleuropein befindet sich im Olivenöl, aber besonders konzentriert in den Olivenblättern. Das Oleuropein ist ein wirkungsvolles Antioxidans.

Die biologische Kultivierung, Reife und Ernte der Blätter des Olivenbaumes sowie die Gewinnung des Olivenblattextraktes sind wichtige Faktoren, um die biologisch aktiven Substanzen im Herstellungsprozess zu gewährleisten und aufrechtzuerhalten. Die Blätter werden einen Tag vor der Blüte des Baumes geerntet, danach werden die Blüten an den Bäumen manuell abgeschnitten. Der Olivenblattextrakt wird schonend aus frischen Blättern sofort nach der Ernte extrahiert und weist dadurch eine 4,5-fach höhere biologische Aktivität auf als der Extrakt in Kapselform aus getrockneten Blättern. In den beiden folgenden Jahren werden keine Blätter geerntet, nur die Fruchtbildung des Baumes wird durch das Abschneiden der Blüten verhindert. Somit wird gewährleistet, dass der Olivenbaum eine optimale Anzahl an Blättern mit allen Inhaltsstoffen ausbildet und die höchste Qualität an Olivenblattextrakt erzielt werden kann.

Zu den Inhaltsstoffen des Olivenblattextraktes zählen Oleuropein (die Leitsubstanz), Phenole (u. a. Hydroxytyrosol, Kaffeesäure), Flavonoide (u. a. Olivin, Rutin, Hesperidin, Quercetin), Kohlenwasserstoffe (u. a. Squalen) und organische Säuren. Dabei enthalten Olivenblätter pro Gramm Trockengewicht ca. 60–90 mg Oleuropein. Die Bitterkeit des Rohextraktes kann zur geschmacklich angenehmen Einnahme mit pflanzlichem Glycerin, das im Körper zu Kohlendioxid, Wasser und zum körpereigenen Enzym NADH2 abgebaut wird, überlagert werden.

 

Verwendung

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Im Mittelpunkt der Olivenbaumkultur steht die Ernte und der Verkauf der frischen oder eingelegten Oliven und die Gewinnung von Speiseöl aus den Früchten. Zunehmend Bedeutung gewinnt aber auch die Ernte der Blätter, nachdem immer wieder von positiven Erfahrungen berichtet wird.

Der immergrüne Baum trägt elliptische, oberseits graugrüne, unterseits silbrig weiße Blätter, die nach zwei Jahren abfallen. Bei Völkern, die die Olivenblätter zum Würzen oder als Zutat für Fleisch-, Fisch- oder Nudelgerichte benutzen, werden die Blätter je nach Bedarf frisch geerntet. Getrocknet sind die Blätter über viele Jahre lagerfähig. Die in den Blättern enthalten ätherischen Ölen sind gut für das Herz, die Gefäße und das Immunsystem, wobei die ernährungswissenschaftlichen Erkenntnisse noch am Anfang stehen.

Um die biologisch aktiven Substanzen in ihrer ganzen Wirksamkeit zu erhalten, müssen Kultivierung, Reife und Ernte der Blätter möglichst schonend durchgeführt werden. Einen Tag vor der Blüte des Baumes werden die Blätter frisch geerntet und der Olivenblattextrakt sofort danach aus den frischen Blättern gewonnen.